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Überschrift: Amplifier, 01.11.2006 - Berlin, Lido< Älteres Thema | Neueres Thema >
Patrick Offline
EdKo



Gruppe: Redaktion
Beiträge: 7543
Seit: 07 2001
Verfasst am: 28. 11 2006, 18:13

AMPLIFIER

Wann: 01. November 2006
Wo: Berlin, Lido

Bandhomepage Amplifier

Grubenarbeit from outer space

Livereview von Arne P. Klug

Drei Lichter strahlen im Dunkeln. Zwei Gestalten beugen sich in geduckter Haltung über die blinkenden Lichter ihres technischen Geräts. Eine weitere nur schemenhaft zu erkennende Figur hat sich hinter Becken und großen Trommeln verbarrikadiert. Nebel wabbert über die spärlich beleuchtete Bühne. Sphärische Geräusche schwellen irgendwo aus dem Nichts durch Raum und Zeit. Plötzlich bahnen sich vier Bassobertöne einen Weg durch die kosmische Klangsuppe. Langsam setzt eine klare Gitarrenmelodie ein, gefolgt von bedächtig aber kraftvoll dahinrollenden Drums.

Berlin-Kreuzberg am ersten Novemberabend des Jahres: Amplifier stehen auf der Bühne des Lido - im Dunkeln. Um ihre Stirn haben sich die drei Musiker aus Großbritannien die Beleuchtungsbänder ihrer Roadies mit eingebauter Lampe gebunden, die sie irgendwie wie Grubenarbeiter from outer space erscheinen lassen. „Ufos“ - die erste Zugabe des Abends muss schließlich stillvoll eingeläutet werden.

Was das Trio in der guten Stunde zuvor abgeliefert hat, konnte sich mehr als sehen lassen. Spielfreudig wie eh und je überzeugten die britischen Rocker das Berliner Publikum mit satten Riffs, viel, sehr viel Dynamik und intensiven progressiven Stimmungen. Obwohl eine Reifenpanne auf den Weg in die Hauptstadt den Dreien den Soundcheck vermiest hat, geben sich Amplifier klanggewaltig und starten wuchtig-überzeugend mit „Gustav's Arrival“ und „O Fortuna“. Was folgt ist ein Best-Of der beiden Alben. Das Songmaterial der im vergangenen Jahr veröffentlichten EP wird wie auch beim Kölner Prime Club-Konzert leider völlig außen vor gelassen. „Do you wanna hear Avantgarde-Jazz?“ fragt Sänger und Gitarrist Sel Balamir in den gut gefüllten, aber nicht überfüllten Lido hinein. „No, you wanna hear fucking Rock ´n Roll, right?“ beantwortet der türkischstämmige Frontman, der mit seiner langen Mähne sehr indianisch wirkt, seine rhetorische Frage selbst.

Das Prinzip Rock charakterisiert den Berliner Gig treffend, allerdings ohne die Klischees, die mit den jenen Buchstaben verbunden sind, zu erfüllen. Die progressiven Arrangements und sphärische Zwischenspiele verleihen dem Riffreigen eine eigene Note. Amplifier haben ihren Sound gefunden. Wie sie die Kraft und Dichte ihrer Studioaufnahmen auf die Bühne transponieren können, ist bemerkenswert. Drei Instrumente und zugegebenerweise jede Menge Effektgeräte reichen Amplifier völlig aus. Was andere Gruppen an Dynamik höchstens zu viert erreichen, bekommt Drummer Matt Brobin scheinbar mit einem einzigen Trommelschlag hin.

Doch auch wie beim Kölner Gig hätten Amplifier auch in der Hauptstadt ruhig den Mut beweisen sollen, auch auf die Wirkung ihrer ruhigeren, weniger nach vorne gehender Songs zu vertrauen. Musikalische Perlen wie „Map Of An Imaginary Place“, „For Marcia“, aber auch episch-weitschweifende Lieder wie „Continuum“ würden ihrem Set keineswegs die Dynamik nehmen, sondern es bereichern und die Vielfalt der Band noch deutlicher unterstreichen.

Während des Konzerts sorgen vor allem moderne Klassiker wie „Motorhead“ oder „The Consultancy“ für heftige Fanreaktionen. Zwar kann das Lido in Punkte Atmosphäre nicht mit dem gemütlichen Prime Club mithalten, in dem allein schon wegen der niedrigen Bühnenhöhe ein viel engere Kontakt zwischen Band und Besucher möglich ist. Allerdings stört sich das britische Trio nicht an der Deckenhöhe der Berliner Hallen und verabschiedet sich nach „Ufos“ mit ausgiebigen Händedrücken. Nachdem die Haupstädtler mit dem grandiosen „Glory Electricity“ auch noch eine zweite Zugabe bekommen haben, zeigt sich Sel Balamir äußerst gerührt und lässt sich auf den Rücken der Fans Richtung Bar tragen. Auf die erneuten „Encore, encore“-Rufe hat der nun doch ein wenig müde wirkende Frontman jedoch einen ihm wohl genehmeren Vorschlag parat: „Come on, let´s have a drink!“ Das Feierabendbier sei ihm gegönnt. Und seinen beiden Mitstreitern natürlich auch.


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this is a film that has no end
fiction fights feelings absent
as absurd as it sounds
there´s more truth than you pretend


http://www.monogoic.de

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0 Antworten seit 28. 11 2006, 18:13 < Älteres Thema | Neueres Thema >

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